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Tagebucheintrag am 21. des Februar – Scherge! Bring er Uns die Unterlagen über… über, ja über wen denn?

Liebes Tagebuch,

so, weiter im Programm, nach wie vor gilt es, einen Kronprinzen zu finden!

„Scherge! Bring er Uns die Unterlagen über…über, ja über? Knecht, fällt ihm noch jemand ein? Verdammt!“

Das kann doch gar nicht sein? Haben Wir denn etwa all Unsere potenziellen Erben bereits geprüft und für ungeeignet bewertet? Ist denn in der ganzen Sozialproblematie niemand zu finden, der in der Lage ist, Unseren massiven Thron auszufüllen?

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Ha, jetzt ist Uns was eingefallen!

„Knecht, die Unterlagen über Balou und Cameron! Was soll das heißen, über die wird nicht Buch geführt?!“

Ist das zu fassen? Da gibt es doch tatsächlich in Unserem engsten Umfeld Sicherheitslücken!!! Warum hat Unsere Geheympolizei über die beiden nicht Buch geführt? Wenn einer von beiden nun ein Attentäter ist und Uns nach dem Leben trachtet? Bei Unserem Bart, Balou hat Uns bereits gestern zum Abendbrot so bösartig angesehen, als Wir die Schweinshaxe verspeist haben. Wir müssen die Sicherheitsmaßnahmen verdoppeln lassen!

Jetzt sind Wir aber immer noch nicht weiter. Wir brauchen einen Erben… oder eine Erbin! Klar, das ist es!

„Scherge! Wir haben Unsere Erbin! Bring er Uns die Unterlagen über Julia K…! Moment mal… HALT, VERGESSE ER AUF DER STELLE DIESEN BEFEHL!!!

Haha, manchmal glauben Wir, Wir trinken zu viel…

So geht das nicht! Nun, wenn außer Uns keiner dazu in der Lage ist, so müssen Wir eben doch selbst auf ewig herrschen. Aber wie können Wir Unseren breiten Rücken vor den Dolchen eines Attentäters schützen? Wir könnten… JA! Wir lassen Uns eine vergoldete Eisenplatte in den Rücken setzen! Das sieht nicht nur königlich aus, es schützt Uns auch vor Unseren Feinden!

„Bote, lasse er Unseren Hofmedicus kommen! Und schicke er nach Unserem Waffenschmied! Schau er nicht so blöd, TU ER, WAS WIR IHM SAGEN!

KÖNIG KURT I.

Rex sine herede


Tagebucheintrag am 2. des November

Liebes Tagebuch,

waaahhh, sie sind hinter Uns her!!!!

Sie sind gegen Uns, sie sind alle gegen Uns! Ein Monarch hat keine Freunde, er hat nur Neider! Alle schielen sie auf Unseren Thron.

Wir hatten dir, liebes Tagebuch, ja jüngst berichtet, wie wir von einem sozialproblematischen Fürsten nach einem Thronfolger gefragt wurden. Schlimm genug, doch diese Frage kommt in letzter Zeit immer häufiger. Gestern fragte Uns Lordkanzler Stadelmeier, was eigentlich Unser Wunsch bezüglich eines Kronprinzen sei. Und heute am frühen Morgen erdreistet sich Unser eigenes Weib, die königliche, auch wenn ausquartierte, Roswitha, zu fragen, wer denn an ihrer Seite das Reich regieren solle, wenn Uns etwas zustoße. Den Höhepunkt erreichte Unsere rote Generalin, Heike von und zu Cochem-Zell, als sie Uns heute gegen Mittag mitteilte, das Volk wünsche einen Kronprinzen

Ha, wenn Uns etwas zustoße, da wird die Frage glatt zur Drohung. Sie alle wollen Unsere Krone, UNSERE KRONE! Wir können es spüren, sie erdolchen Uns mit Blicken, wenn sie sich sicher fühlen. Und das Volk wünscht einen Kronprinzen. Generell ist Uns ja recht gleichgültig, was Unser Volk sich wünscht, aber Wir sind nicht sicher, ob Wir Uns diesem Wunsch verweigern können. Immerhin hat Unser monarchischer Bruder, der König von England Heinrich VIII., sein Reich fast in den Ruin getrieben im Bestreben, einen Thronfolger zu erzeugen. Sechsmal hat er geheiratet, und zwei seiner Weiber hinrichten lassen. Was für ein Stress, was für eine Aufregung! Dafür sind Wir viel zu alt. OH, jetzt fangen Wir selbst auch schon damit an.

Aber die Frage Unseres Weibes ist nicht unberechtigt. Wir haben schon als Kaiser erlebt, wie man Uns den Dolche in den Rücken rammte, damals am See zu Schwielow, und nur mit viel Mühe konnten Wir Uns in Unsere Kronlande retten. Es ist alte Unsitte der sozialproblematischen Fürsten, ihre Monarchen hinterrücks niederzustrecken. Deshalb wollen Wir in einem Punkt Unserer Proklamation Bestimmungen erlassen, welche für den schlimmsten Fall Unsere Nachfolge regeln.

Wir können niemandem trauen. Unsere Leibwächter können gekauft werden. Selbst Unsere treuen Jagdhunde können Wir nicht mehr zum Wachdienst einteilen. Balou wedelt immer mit dem Schwanz, wenn er diese christdemokratische Weinkönigin sieht, und Cameron hat Uns neulich sogar gebissen.

Genug der Klagerei, Wir haben Uns allein nach oben gedolcht, nun werden Wir allein beschließen, was mit Unserem Reich geschehen soll, wenn ein Assassine dies eines Tages mit Uns tun wird. In den kommenden Wochen wollen Wir die Unterlagen Unserer Geheympolizei über die Mitglieder Unseres Hofstaates durchgehen und wählen, wer würdig und wer unwürdig sein soll, eines Tages Unsere Krone zu tragen.

„Knecht! Er lasse den Hauptmann sowie den Generalarchivar Unserer Geheympolizei zu Uns rufen!“

KÖNIG KURT I.

Rex cum tergo intuto


Tagebucheintrag am 29. des Oktober

Liebes Tagebuch,

ist Unser Hofstaat dämlich, oder macht er sich lustig über Uns? Wir haben den Beinamen „der Endlose“, was mag das wohl meinen?

Wir haben heute in Unserer Gnade einigen Vertretern der sozialproblematischen Fürsten in der Landständeversammlung die Ehre erwiesen, ihnen eine Audienz zu gewähren. Wir waren in fröhlicher Stimmung, und einvernehmlich plauderten Wir mit Unseren treuen Vasallen über Dieses und Jenes. Wir wollten Sie eigentlich in Unserer Weisheit baden und dann ihres Weges schicken.

Doch dann verdirbt einer der Vertreter Uns glatt die Audienz, ja, den ganzen Tag. Kannst du, liebes Tagebuch, dir vorstellen, was dieser Emporkömmling in seiner Dreistigkeit zu fragen wagte?

„Allerhöchste kaiserlich-königlich-pfälzische Majestät“, sagte er: „ Lang und gnadenvoll habt Ihr über unsere unwürdigen Leben bestimmt, habt euer Königreich mit harter Hand regiert. Doch nun, da ihr alt geworden und euer Bart sich ins Graue färbt, so sagt uns, wer soll eines Tages euer Thronfolger sein?“

Wer Unser Thronfolger sein soll?! Pah, Wir folgen Uns selbst auf den Thron, wenn Wir ihn abends zur Ruhe verlassen, so folgen Wir Uns selbst am nächsten Tage und besteigen ihn erneut! Was hat der Verräter in seiner Einfalt denn erwartet? Das Wir sagen, oh, dieser und jener, und jener und dieser? Wenn wir doch „der Endlose“ heißen, dann meint das doch, dass wir ohne Ende regieren werden! Das versteht Unser tumbes Volk doch bei Unserer Kongregationsvorsitzenden für rote Indoktrination, der treuen Doris, schließlich auch. Da weiß auch jeder, dass und warum sie „Doris ohne Ahnung“ heißt.

Wir machen das nicht mit, sonst fragt Uns demnächst noch jemand nach einem Datum. März 2011 vielleicht, was? NIEMALS!!!

Fortan verbieten Wir Spekulationen über Unsere Nachfolge! Wer gegen dieses Verbot verstößt, den verfüttern Wir an den sich nicht schnell bewegenden Drachen der Ringfestung, Ringraz… ach nein, der schläft noch; den verbannen Wir zu Großkämmerer Ingo… ach nein, Wir haben vergessen, wo Wir den hingeschickt haben; den schicken Wir in die Einheitsschule Minu… NEIN, da korrumpiert er Unsere Jünglinge. Den schicken Wir…. mit dem machen… für den denken Wir Uns noch was aus!

Unser Geblütsrecht soll fortan in der Proklamation der Kaiserlich-Königlich-Pfälzischen Staatskanzlei zu Mayence festgeschrieben sein!

Mehr zu diesem unsäglichen Thema folgt…

KÖNIG KURT I.

Rex sine successore


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