Tagebucheintrag am 4. des März – König-Kurt-Karaoke: “Ich bau’ mir ein Schloss”
Liebes Tagebuch,
Wahrlich, wahrlich Fasnacht steht vor der Türe und es passt Uns gerade hervorragend, da Unser Volk so Unsere ganzen Skandale und Missgeschicke einfach vergessen kann.
Natürlich benötigen Wir, als wahrer König, auch ein eigenes Lied, das uns gewidmet ist. So veranlassten Wir, dass man Uns, König Kurt eine Hymne schreiben möge. Aus dem ganzen Reiche warben die Barden um Unsere hohe Gunst. Am Ende konnte jedoch nur einer das wahre „König-Kurt-Lied“ für Uns schreiben!
Lampeder Hofsängersknaben schrieben Uns wahrlich ein Lied von königlicher Herrlichkeit und in Formvollendung. Darin preisen Wir Unser eigens für uns errichtetes Schloss zu Bad Bergzabern. Auf dass man es in den kommenden närrischen Tagen in allen Straßen und Gassen des Landes hören und mitsingen möge, dem König zu Ehren!
Höret selbst!
KÖNIG KURT I.
Rex carnevalensi
Tagebucheintrag am 18. des Oktober
Liebes Tagebuch,
Gewitter Donnerkeil!!! Nicht schon wieder!
Die machen es wieder, dieser verdammte christdemokratische Widerstand, die schimpfen wieder auf Unseren braven Karl-Peter, den Schwiegervater. Ohh, Wir müssen erst mal durchatmen.
Wir hatten dir, Unserem lieben Tagebuch, ja schon berichtet, wie man über Unser Schloss in Bad Bergzabern hergezogen ist, Wir haben das langsam satt. Ein König braucht Schlösser, das gehört sich so! Unsere Kritiker haben einfach keinen Anstand mehr. Da wird schon wieder bitterster Spott über Unser Haupt ergossen, weil das Schloss mal wieder teurer wird als geplant. So ein Unsinn. Das Schloss wird nicht teurer, Wir haben dem Volk nur sicherheitshalber einen geschönten Plan vorgelegt. Das hat mit der Ringfestung und Unserem Staatshaushalt schließlich auch funktioniert. Wie Wir das hassen, wenn es an Unserem Hofe Plaudertaschen gibt, die dergleichen verraten…
Uns ist dabei schließlich nichts vorzuwerfen! Wir haben nur ein Haupt, und dieses hat ein ausgiebiges Schlafbedürfnis. Da können Wir doch nicht alles selber machen. Also machen Wir es, wie es jeder gute Monarch tut, wir delegieren. Wir haben Karl-Peter, dem Schwiegervater, also gesagt, er möge Uns ein Schloss bauen. Und das Schloss wird stehen, da müssen Wir Uns doch nicht mit den Einzelheiten belasten.
Und nun wird mal wieder nach Unserer hart richtenden Hand verlangt. Karl-Peter habe bei dem Bau nicht nur die Abgaben Unsere Untertanen verschwendet, was in Unserer Regierung sowieso kein Vergehen ist, sondern auch Vetternwirtschaft betrieben. Das hat ja ein gewisses System, er trägt nicht umsonst den Beinamen „der Schwiegervater“!
Man fordert daher von Uns, Karl-Peter, den Schwiegervater, in Ungnade zu entlassen und zum verbannten Ex-Großkämmerer Ingolf ins Exil zu schicken.
Das kommt überhaupt nicht in Frage. Wir haben das schon einmal erklärt, Vetternwirtschaft ist in Unserem Reich nicht verboten, Wir sind Herrscher einer Monarchie, und die funktioniert nun mal so!
Wir hoffen, dies hiermit endgültig geklärt zu haben!
KÖNIG KURT I.
Rex Palatiorum
Tagebucheintrag am 21. des September
Liebes Tagebuch,
nun hatten Wir einige Tage Zeit, Uns von Unserem Zorn zu erholen. Wie konnte Unser einst noch so getreues Funkpressentum in Ton und Bild es wagen, seinem Herrscher so töricht in den Rücken zu fallen?! Sogar eine Audienz hatte ich diesen Schmutzfinken gewährt, um all die Unwissenden an meinen Plänen für mein geliebtes Schlossarsenal zu Bad Bergzabern teilhaben zu lassen. Und dann so etwas!
Eigentlich halten Wir nicht viel von diesem neumodischen Geräten, mit denen unsere Propaganda seit Dekaden im Land verbreitet wird. Nur aus Vorfreude auf die Lobpreisungen des Volkes für Unsere Gnade Ihnen ein Schlosshotel zu schenken, hatten Wir Unsere Diener am Tag zuvor losgeschickt uns auch einen dieser „Flatscreens“ zu kaufen. Mit einem riesigen Gerät kamen Sie zurück, 58 Zoll und „Full HD“ – unsere hofeigenen Wissenschaftler versuchen noch herauszufinden, was das zu bedeuten hat…
So hatten Wir es uns am Abend vor diesem Monstrum gemütlich gemacht, mit Schnüffel-Crackern, ein paar Flaschen rheingau.. äh pfälzischen Rotwein und des Ansehens willen mit unseren Hunden Balou und Cameron. Seitenweise hatten wir diktiert wie wir uns den Bericht vorstellen, wie konnten sie uns nur so in den Rücken fallen?! Zweifel an der Wirtschaftlichkeit, fehlende baufachliche Prüfung. So ein Unfug – das Projekt hatte der kurtfachlichen Prüfung unterlegen und wurde für gut befunden, nur das zählt! Was gut ist für Kurt – das ist gut für das Land und umgekehrt. Das Wohl des Landes soll auf ewig mit meiner Kurtheit in Verbindung gebracht werden!
Tage haben Wir nun gebraucht um uns von Rausche des Rebensaftes zu erholen. Nun gilt es Konsequenzen zu ziehen! Wir haben Uns dazu entschieden, Unsere Entscheidungen nieder zu schreiben und diese unverzüglich exekutieren zu lassen.
1) Die beteiligten Mitarbeiter des südwestlichen Funkpressetums (SW-FPT) erhalten Arbeitsverbot für Beiträge mit politischen Inhalten. Sie werden von nun an eine Dokumentation über die königlichen Schoßhunde drehen, deren Folgen bis zur großen Schlacht im März täglich dem Volke gezeigt werden.
2) Strafe für von Arnim, da wird Uns noch etwas Treffliches einfallen.
3) Die Reichsrätin Schneider wird von ihren Ämtern entbunden. Sie wird von nun an zur Repräsentantin Unserer großartigen Pläne für das Schlossarsenal zu Bad Bergzabern erklärt.
Beim Verfassen dieser Zeilen kommen Uns weitere hervorragende Ideen. Wir haben einen Plan wie Wir unserer sozialproblematischen Vereinigung wieder auf die Füße helfen werden. Von nun an lassen Wir Hunde, die besten Freunde des Menschen, Mitglied werden in Unsrer Gruppierung. So werden wir Unsere Mitgliederzahlen endlich wieder steigern und zu alter Stärke zurückfinden! Sie werden Unsere Weisheit erkennen, und Uns wieder zu ihrem Anführer machen! Sonst werden eben Unsere „Neumithunde“ mit Saumagen bestochen und am Parteitag die Krönung manipulieren! Seine Kurtheit ist zurück! Bundeskönigin Merkel kann sich auf etwas gefasst machen! Niemand kann Uns aufhalten! Schon gar nicht diese Weinprinzessin!

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