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Tagebucheintrag am 23. des Januar – Karl-Peter der Schwiegervater

„Scherge! Die Unterlagen über Karl-Peter, den Schwiegervater, alias Verfassungsbruch! Wir wissen, dass das jede Menge Material ist, dann muss er eben zweimal laufen! Nun bewege er seine Beine oder Wir werden ihm welche machen!!!

Liebes Tagebuch,

heute wollen Wir, passend zur Stimmung im Lande, einen weiteren Kandidaten für das Amt des Kronprinzen von Pfalz und Reich bewerten. Wie du schon gehört hast haben Wir Uns heute eine wahre Mammutaufgabe erwählt. Mit Karl-Peter dem Schwiegervater hätten Wir einen Kronprinzen, der fast so viele Skandale am Hals hat wie Wir selbst, und das will schon etwas heißen! Daher auch diese riesige Aktenflut. Mal sehen…Bevor wir es vergessen, hier noch ein kleiner Filmtipp mit Uns in einer der Hauptrollen. Wahrlich, Wir haben Unsere Rolle brillant ausgefüllt!

+++Bald im Kino+++ 1 1/2 Minister - Im täglichen Kampf gegen die Verfassung!

Weißt du, Unser Problem ist, dass Wir Karl-Peter „Verfassungsbruch“ ja eigentlich gar nicht in Erwägung ziehen würden. Aber unter Uns gesagt, Uns gehen langsam die Ideen aus. Da muss man in der Abwägung schon mal etwas großzügiger werden. Aber zurück zur Sache!

Wie Wir dir berichtet haben ist Unser Karl-Peter ein sehr familienfreundlicher Mensch. Du weißt, dass er die Aufträge Unserer Staatskanzlei wider geltenden Rechts an seinen Schwiegersohn vergeben hat. Nun, Uns war das ja schon damals gleich, Wir hatten ihm ja recht zügig vergeben. Immerhin hat Uns Karl-Peter damit bewiesen, dass er das Grundkonzept einer Monarchie verstanden hat, die Familie geht über alles. Leider hat sich diese Weisheit noch nicht im Volke durchgesetzt, weswegen Unser armer Karl-Peter heftig kritisiert wurde.

Jüngst hat er sich Unsere Gunst erneut errungen, als er in Unserer pfälzischen Heimat in Bad Bergzabern für Uns und in Unserem Namen auf Kosten des Staatssäckels ein Schloss hat bauen lassen. Auch hier zeigt sich, wie sehr doch Unser Karl-Peter Unsere Monarchie verstanden hat. Zuerst kommt der Monarch, dann seine Getreuen, und der Rest kann sehen, wo er bleibt.

Du siehst, Unser Karl-Peter ist von seiner geistigen Grundhaltung her ein geeigneter Thronfolger. Er hat nur eine Schwäche:

DER NARR LÄSST SICH ANDAUERND ERWISCHEN!!!

Seit Jahren schon liegen Uns Unsere Gegner in den Ohren mit seinen Werken, die vor dem närrischen Volke als Skandale aufgebauscht werden. Hätte der Mann ein bisschen besser aufgepasst könnten Wir viel ruhiger schlafen.  Pah, wenn Wir Uns bei allem hätten erwischen lassen:

-          Der Stümperei an der Ringfestung zu Nürburg um Kafitzerian, Ingolf und Hendrik zu Hering

-          Unserer Mitwisserschaft am Rechtsbruch des Reichsadvokaten von Bamberg

-          Unserer Kaufsucht am Fernreisehafen Hahn

-          Unserem Versagen beim Museum der nicht vorhanden Künste

-          Unserem heimlichen Gang an den kaiserlich-königlich-pfälzischen Kühlschrank gestern Abend

und, und, und! Da hätte man Uns doch schon lange enthauptet!

Nein, Unser Karl-Peter hat vielleicht die rechte Haltung, aber nicht das nötige Talent zur Vertuschung! Auch ihn müssen Wir von der Liste der geheymen Kronprinzen streichen.

„Schreiber! Er streiche Karl-Peter den Schwiegervater von der Liste! Warum? Weil er sich zu oft hat bei seinen Skandalen erwischen lassen. Nein, das können Wir nicht schreiben, damit geben Wir die Skandale ja zu. Ähmm… weil er sich noch um seine Familie kümmern muss!

KÖNIG KURT I.

Rex et amicus familiarum


Tagebucheinwurf am 19. des Oktober

Schwarze Zahlen auf der Ringfestung!

Dank einer neuartigen Erfindung schreiben wir jetzt schwarze Zahlen!

Unsere Ringwährung – da ist für jeden was dabei!

KÖNIG KURT I.

Rex Anuli et Pecuniae


Tagebucheintrag am 5. des Oktober

Liebes Tagebuch,

Wir gaudieren! Unsere Generalin, die rote Zora Heike zu Cochem-Zell hat gute Propagandaarbeit geleistet! Über dieses neuartige Druckpressentum, „Internet“ nennen es Unsere Berater, verbreitet sie, dass auf Unserer geliebten Ringfestung insgesamt fünf Kindergeburtstage gefeiert werden.

So wollen Wir das haben, so rechnet sich Unsere Ringfestung. Bedauerlicherweise konnten die zukünftigen Steuerzahler mir keinen Respekt zollen, indem sie Probefahrten auf dem sich schnell nicht bewegenden Ring-Drachen ableisteten. Leider dreht sich Unser Gefährt immer noch nicht, aber wenn immer mehr zukünftige Steuerzahler ihre Geburtstage auf unserer Ringfestung feiern, wird das Unser Gefährt auf Vordermann bringen. Denn wenn insgesamt 1.000 nachwachsende Pfälzer hier so etwas wie Freude haben, haben wir immerhin 200.000 guldene europäische Stücke verdient, das reicht für mindestens 1 Meter am neuen Ringdrachen! Ha! In 700 Jahren ist der Drachen dann komplett finanziert!

Wir machen nicht Halt, auch den Nachwuchs unserer kurfürstlich-pfälzischen Mitarbeiter auf der Ringfestung per Hebelumlegen feiern zu lassen. Wir freuen Uns, dass Unsere Kinder so viel Spaß haben, wenn Sie auf der Ringfestung mampfen und stampfen. Machen Wir ja schließlich auch gerne. Vielleicht geht es ihnen ja auch deshalb so gut, weil sie noch nicht wissen, dass sie einmal die ganze Ringfestung zahlen sollen. Ist aber schließlich Unser Geheimplan und ist ja auch gerecht, sie dürfen ja auch schließlich in Unseren Festungen Geburtstage feiern.

Jetzt müssen nur noch Unsere anderen Bauten von unserer roten Propaganda-Zora auf druckpressentechnischen Vordermann gebracht werden. Wir haben da schon Ideen: Ab sofort dürfen alle Senioren Spiele des pfälzischen Fußballvereines sehen, Wir sind ja schließlich Gebieter über die Flamme von Kaiserslautern.

Desweiteren ordnen wir Pflichtbesuche für alle Unsere pfälzischen Schüler in den Einrichtungen der nicht vorhandenen Künste ein. Fahrten ins territoriale Ausland werden nur noch von Unserem Privatflugplatz in diesem Gebirge namens „Hunsrück“ gestattet. Auf das jeder Unserer Untertanen die wohlfälligen Einrichtungen Unserer Kurfürstlichen-Pfälzischen Hoheit betrachtet und schätzen lernt.

Wir freuen Uns auf mehr!

KÖNIG KURT I.

Rex Omnium


Tagebucheintrag am 3. des Oktober

Liebes Tagebuch,

Wir begreifen es nicht. Unsere anglophilen Jagdhunde haben Wir so gut im Griff, aber da scheint Unsere Tierfreude auch ausgereizt zu sein. Ein anderes Tier ist nach wie vor nicht in der Lage, Unseren Wünschen nachzukommen. Oder vielleicht fehlt ihm auch nur der Wille. Wir sprechen natürlich vom Drachen der Ringfestung zu Nürburg, dem verfluchten Ringrazera.

Es war eines Unserer größten Meisterstücke. Nachdem wir den Beschluss gefasst hatten, die Ringfestung zu Nürburg zu errichten, schlossen Wir einen ganz besonderen Pakt. Wir wünschten, einen der alten Drachen in Unseren Dienst zu nehmen, und schließlich erklärte sich der große Ringrazera, der mächtigste aller Drachen, bereit, fortan nach Unserem Willen auf der Ringfestung zu verweilen.

Nicht nur, dass er sie bewachen sollte. Er hatte sich sogar bereit erklärt, Besucher der Festung auf seinem Rücken durch die Lüfte zu transportieren. Und all das bot er Uns an gegen einen, wie er es Uns sagte, „einem Drachen würdigen Guldenschatz“. Da wir ja, wie allgemein bekannt, nicht gerade auf Unseren Gulden sitzen, sondern sie viel lieber in Uns genehme Großprojekte investieren, wurden Wir schnell einig mit Ringrazera.

Gesagt, getan, ein Kurt, ein Wort! Ringrazera begab sich auf die Ringfestung und Wir ließen ihm den Guldenschatz zukommen. Doch kaum hatte das elende Biest die Ringfestung erreicht und sein Entgelt angenommen, da fiel er wie durch Zauberhand in einen tiefen Schlaf. Weder Unser wohlklingend brüllendes Organ noch Unser Hofmedicus konnten Ringrazera aus seinem Schlaf erwecken.

Und nun rufen Wir seit Monaten aus dem ganzen Land die Magier zusammen, die in Unserem Reiche leben. Sie alle verlangen horrende Summen von Uns, und doch ist keiner in der Lage, Ringrazera aus seinem Schlaf zu reißen. Und an Unseren Schatz für Ringrazera kommen Wir natürlich auch nicht mehr dran: Das Vieh liegt darauf!!! Und es kommt noch schlimmer: Manchmal wälzt das Biest sich im Schlaf: Sieben Unserer Knechte hat er schon niedergewalzt.

Verflucht soll er sein, der Ringdrache! Im Volksmunde setzt sich inzwischen ein neuer Name für ihn durch: Der sich NICHT schnell bewegende Drache!! Pah, und er sollte einmal von Unsere Gnaden und Gulden der größte und schnellste Drache aller Zeiten werden.

Das muss doch gehen! Wir denken, wir werden Ringrazera einmal von Balou und Cameron beißen lassen, vielleicht hilft das.

KÖNIG KURT I.

Non rex draconis


Tagebucheintrag am 18. des August

Liebes Tagebuch,

Bei Hölle und Teufel! Bei allen Elementen! Wir wünschten, Wir wüssten was Ärgers, das Wir fluchen könnten!

Burgvogt Hering geruhte uns eben zu berichten, es sei ihm nach wie vor unmöglich, mitzuteilen, wann er den Guldenschatz in der Ringfestung zu Nürburg endlich finden werde.

Wir werden seine Inkompetenz nicht weiter dulden! Zuerst das Versagen von Großkämmerer Ingolf (hätten Wir ihn nur verbrannt, anstatt ihn lediglich zu verbannen), dann der Verrat von Kafitzerian, und nun die Unfähigkeit unseres neuen Burgvogts! Selbst Unser Staat will finanziert sein.

Seit einer halben Dekade schlagen Wir uns nun mit der Ringfestung herum. Alles tun Wir, um den Bauern der Eifel Unseren Schutz zukommen zu lassen. Es ist Uns einerlei, dass die Ringfestung für diese nur mit wenigen Meilern und Köhlerdörfern besiedelte Landschaft zu groß ist. Mit einer Festung dieser Größe wird Unser Stand in der Region unangreifbar sein. Wir werden nicht zulassen, dass die Unruhen, welche im Land um sich greifen, auf die Eifel überspringen. Wenn Hering nur endlich in  der Lage wäre, den Guldenschatz zu finden. Was hat sich Großkämmerer Ingolf auch dabei gedacht, sich Geld von Ausländern zu leihen? Wir sind König Kurt! Das nächste Mal nehmen wir uns die nötigen Mittel direkt von unseren Untertanen. Bis jetzt haben diese sich immer mit Wein und Spielen wieder beruhigen lassen. Und das mit Recht, schließlich beruhigt uns der Wein auch tagtäglich.

Heute früh erhielten wir Nachricht von der Kaiserlichen Münze. Man wagt es doch tatsächlich, Uns darauf hinzuweisen, wir hätten besser auf unseren Haushalt zu achten. Wie können diese Schranzen es wagen, Uns zu sagen, was Wir zu tun und zu lassen haben? Wir sind Kurt, Kaiserlich-Königlich Pfälzische Majestät. Wir tun, was uns als Recht dünkt, und nichts anderes! Wir machens einfach!!!

Zum Glück Unserer Kämmerer haben wir nach wie vor Zugriff auf die Schatullen unserer Nachbarländer. Mit den Schätzen der Hessen, Bayern und Württemberger wird es uns noch lange Zeit möglich sein, unsere Tafeln mit den erlesensten Speisen zu schmücken. Wir sollten erwägen, die Schätze unserer Nachbarn aber nicht nur für unseren Hofstaat aufzuheben. Es erscheint uns sinnvoll, mit diesen Schätzen die Klosterschulen für die Jüngsten Unserer Untertanen auszuweiten. Schließlich können Wir uns darauf verlassen, dass die Zwerge Unseres Reichs dort ganz in Unserem Sinne zu gehorsamen und treuen Untertanen Unseres Hauses erzogen werden. Außerdem mag dies den Unmut Unserer wankelmütigen Untertanen besänftigen, welche in ihrer Penetranz schon wieder Kritik an Unserer Ringfestung zu üben wagen.

Wir hören vom Unmut der Hessen, hören, sie müssten gar Schulden machen, um Uns den Uns im Bundesvertrage festgesetzten Betrag überlassen zu können.

Es ist doch ein gänzlich wunderbares System. Wir können auf die Gelder anderer Länder zugreifen, solange wir nur genug Geld aus unseren eigenen Schatullen verschwenden. Und darin sind Wir schließlich wahrhaftig königlich!

Man trug Uns nun zu, die anderen Länder erwögen eine Klage vor dem Obersten Kassationsgerichte. Sie begehrten die Aufhebung des alten Bundesvertrages. Doch müssen wir Uns gewiss keine Sorgen über die Sicherheit unserer Einnahmen machen. Selbst wenn das Kassationsgericht der Klage stattgeben würde, könnten Wir immer noch genug Steuern von Unseren Untertanen erheben, um Unseren Hof zu finanzieren. Im Zweifel könnten Wir es schließlich bei den aufmüpfigen Universitäten oder bei der Zahl der Büttel wieder einsparen.

Nun müssen Wir Unser Werk an dieser Stelle unterbrechen. Der Gildenmeister der Tennisspieler erwartet Uns zum Gespräche über seine Wache auf der Ringfestung. Wie Wir uns freuen, ihn in Unsere Dienste genommen zu haben. Und 50 000 Gulden pro Wache sind schließlich für Uns kein Betrag.

KÖNIG KURT I.


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