Tagebucheintrag am 5. des Februar – Der König hat Geburtstag – Autogrammkarten für Unser Volk!
Der große Tag ist gekommen. Unser kaiserlich-königlicher Geburtstag ist da!
Tagtäglich denken Wir einzig und allein an Unser geliebtes Wahlvolk. Deshalb verzichten Wir in diesem Jahr auf Geschenke und Opfergaben Unserer wohlgesinnten Anhänger. Geschenke machen Wir Uns ohnehin am liebsten selbst.
In diesem Jahr beschenken Wir Unsere Untertanen einmal selbst – Wahlgeschenke sind schließlich im Trend, wie Uns Unsere Wahlstrategen tagtäglich vorbeten.
Aus diesem Grund haben Unsere JUbelperser Uns eine eigene Autogrammkarte erstellt, damit jeder Untertan stets über Uns im Bilde ist! Wahrlich, Unser Volk verdient einen königlichen Service, aus diesem Grund kann jeder Interessent die Formularien ausfüllen und Kontakt zu Uns aufnehmen.
Wir haben keine Kosten und Mühen gescheut, wie man es von Uns, König Kurt dem Großzügigen, kennt. Wahrlich, jeder Rheinland-Pfälzer und jede Rheinland-Pfälzerin soll im Besitz einer echten „König Kurt Autogrammkarte“ sein!
Eben ein königlicher Service!
KÖNIG KURT I.
Rex spendabulis

→ König Kurts Autogrammkarte zum Herunterladen als .pdf
Tagebucheintrag am 13. des September
Liebes Tagebuch,
Wir sind wieder einmal sehr zufrieden mit Uns selbst. Unsere Proklamation wächst und gedeiht. Und wie Unsere Proklamation wächst auch mit jedem Tag die Gewissheit, dass die Herrschaft Kurts, des Endlosen, auf immerdar in Unserem Reiche gesichert sein wird. Mit weiteren Gesetzen werden wir Uns und Unseren Hofstaat noch unangreifbarer machen.
Und das kann bitter nötig sein. Wir erinnern Uns schließlich, wie Unsere Gegner in der Landständeversammlung versucht haben, Unseren treuen Diener Karl-Peter den Schwiegervater, schon damals und seitdem ganz besonders von Unserer Gnaden oberster Büttel und Ordnungshüter der Krone, vor Unseren Augen zu vernichten. Man warf ihm sogar vor, die Verfassung Unseres Reiches verletzt zu haben, man gab ihm sogar den Schmähnahmen „Verfassungsbruch“.
Diese Schranzen! Was bilden die sich eigentlich ein?! Man wagte es Unserem Minister doch tatsächlich vorzuwerfen, er habe entgegen dem geltenden Rechte staatliche Aufträge an den Verlobten seiner Tochter vergeben. Wir fragten uns schon damals nicht, ob er so etwas wirklich getan hatte, Wir wissen schließlich, dass dem so ist. Wir fragen Uns vielmehr, warum bei Unserem Barte man ihm daraus einen Vorwurf machen konnte. Er hat doch nur lukratives Geld seiner Familie zugespielt. Ja und? Ist das was Besonderes? Sowas tun an Unserem Hofstaat alle, das hier ist eine Monarchie, das geht so!
Okay, seine Tat verstieß gegen die Gesetze Unseres Reiches, was bei dem obersten Ordnungshüter vielleicht nicht den besten Anschein erzeugt. Aber Wir haben ihm vergeben! Das muss doch reichen! Wir sind König Kurt I., Wir sind das geltende Recht! Zum Glück haben wir Uns in Unserer Proklamation in allen Rechtsfragen das letzte Wort vorbehalten.
Aber Wir sollten sichergehen. Wir werden Unser Pardon für Karl-Peter den Schwiegervater nochmals in Unserer Proklamation festschreiben. Immerhin wünschen sich Unsere Untertanen eine familienfreundliche Politik, und familienfreundlicher geht es wohl nicht.
So eine Aufregung, und dabei ging es nur um läppische 180 000 Gulden. Also wirklich! Wenn Wir den Gildenmeister der Tennisspieler viermal auf der Ringfestung auftreten lassen ist das teurer! Hm, eigentlich mal wieder eine gute Idee. Und Wir werden dazu Unseren ganzen Hofstaat mitsamt seinen Familien einladen. Die Kosten begleichen wir dann aus dem Staatsschatz.
Wir werden sofort die Staatskutschen vorfahren lassen!
KÖNIG KURT I.
Tagebucheintrag am 25. des August
Liebes Tagebuch,
Wir haben eine schlechte Woche erlebt. Kaiserin Angela I. besuchte Kronprinzessin Julia und die Ordens-Kreuzritter im kirchlichen Machtzentrum zu Maria Laach. Und was ist mit Uns? Zu Uns kommt keiner mehr aus der germanischen Provinz. Frankus-Walterus Steinmeierus, Peerus Steinbrückus, Sigmarus Gabrielus – es ist kein teutonischer Edelmann mehr da, der Uns Respekt zollen und einen Besuch abstatten möchte. Ha! –Diese untreuen Nicht-Pfälzer.
Am Wochenende haben Wir es Uns gemütlich gemacht: Mit Hofkutschen und Hofstaat weilten Wir auf der Festung zu Nürburg. Dort schauten Wir Uns Spektakel der schnellen Kutschen an. Es erfreute Unsere Blicke.
„Eifel“ – so nennen die Bewohner dieses nicht-pfälzischen Gebietsstriches die Gegend. „Eifel“ – das Wort haben Wir selten gehört. Hier sind Wir fast nie, es ist ja auch schließlich weit weg von Unseren Residenzen in Mayence und der Pfalz. Da lassen Wir lieber Unsere Vasallen Hendrik zu Hering und Kafitzerian ran.
Wobei Wir von Kafitzerian ja zuletzt enttäuscht wurden. Hat der Schuft doch tatsächlich geglaubt, er könnte mehr beim Festmahle verspeisen als Wir. Da haben Wir ihn vor die Palasttür werfen lassen – diesen Schuft. Jetzt muss er an nahöstlichen Hofstaaten-Türen anklopfen. Ob sie ihm Einlass gewähren?
Genug für heute: Wir widmen Uns Unserem weiterem Tagwerk. Wir wollen Uns schließlich noch heute einkleiden lassen. Unser Hofschneider aus Landau, der den Markt „Michel“ betreibt kommt zum Vermessen in Unser Schloss nach Mainz.
Bis dahin grüßen Wir Unser Volk!
KÖNIG KURT I.
Tagebucheintrag am 20. des August
Liebes Tagebuch,
Heute haben Wir Unsere Proklamation erweitert. Wir haben Uns umfassend mit der Verwaltung und der Verfassung Unseres Reiches befasst. Ein guter Monarch muss seinen Staat im Griff haben. Und das geht nur, wenn er seinen Hofstaat im Griff hat.
Zunächst haben wir beschlossen, die Gerichte Unserer direkten Kontrolle zu unterstellen. Was wären Wir für ein Monarch, würden Wir uns von solch kleinlichen Paragraphenreitern in Unserem Wirken beschränken lassen. Ab sofort behalten Wir Uns höchst persönlich die letztverbindliche Entscheidung in allen Rechtsfragen Unserer Untertanen vor. Am besten wird es sein, Wir ernennen die Richter ab sofort selbst. Nur ein von Kurt ernannter Richter wird Uns auch ein treuer Richter sein. Dabei wollen Wir schöpfen aus der Fülle der rechtskundigen, sozialproblematischen Fürsten. Wir wissen schließlich Unseren Hofstaat mit Ämtern zu versorgen.
Weiter haben Wir endlich ein Mittel gefunden, die Barone und kleinlichen Kleinfürsten endlich unter Unsere Kontrolle zu bekommen. Dazu haben Wir ein Mittel entdeckt, dass schon unser kaiserliches Vorbild, der Franzose Napoleon, entwickelt hat. Er nannte es „Mediatisierung“.
Per königlichem Dekret werden ab sofort jene Kreise und Gemeinden, die im Verdacht stehen, Unserer Person nicht treu zu sein, mit Uns gegenüber loyalen Gemeinden zusammengelegt. Dabei werden Wir darauf achten, durch den neuen Zuschnitt der Gemeinden in allen Baronien und Gemeinden eine Übermacht der sozialproblematischen Fürsten zu erzeugen. Schließlich werden wir in diesen neuen Baronien nur Uns loyale Untertanen als Fürsten akzeptieren. So wird endlich Schluss sein mit dem aufmüpfigen Fürstenpack, dass es wagt, Unseren Hofstaat zu kritisieren. Wahrlich, der Franzose ist Uns ein gutes Vorbild. Vielleicht sollten Wir erwägen, ihm weiter zu folgen. Wir könnten beispielsweise das Saarland annektieren.
Schließlich haben wir Order an Unsere Geheimpolizei gegeben. Wir haben angeordnet, die Verfolgung der Verschwörergemeinschaft, die sich „Die Linke“ nennt, einzustellen.
So mancher Unserer Minister hält es für gefährlich, sich mit diesem Zirkel zu verbünden. Schließlich habe der Versuch, mit ihnen einen Umsturz in Unserem Nachbarstaate Hessen herbeizuführen, dazu geführt, dass Fürstin Andrea zu Ypsilanti ihren Kopf verlor.
Wir machen Uns da jedoch keine Sorgen. Schließlich sind wir schon auf dem Thron, und der Ketzerzirkel soll uns im Fall des Falles nur dabei helfen, auf Unserem Thron zu bleiben. Danach werden Wir ihn zerschlagen. Doch zunächst müssen Wir Uns ihrer bedienen. Dazu werden Wir Ihre Sympathien gewinnen. Das Verbot der Geheimpolizei, sie weiter zu verfolgen, ist dabei ein kluger erster Schritt. Vielleicht sollten als nächstes eine Verringerung der Arbeitszeit fordern. Geld spielt für uns schließlich keine Rolle.
Und nun wollen Wir Uns wieder an Unser Werk begeben. Es war sehr sinnvoll, Unseren ganzen Hofstaat nach Mayence zu verlegen. Soweit käme es noch, Wir sind der Monarch, das Volk hat zu Uns zu kommen. Wir sind König Kurt! Wir reisen zum Vergnügen, nicht zur Arbeit.
KÖNIG KURT I.
Tagebucheintrag am 18. des August
Liebes Tagebuch,
Bei Hölle und Teufel! Bei allen Elementen! Wir wünschten, Wir wüssten was Ärgers, das Wir fluchen könnten!
Burgvogt Hering geruhte uns eben zu berichten, es sei ihm nach wie vor unmöglich, mitzuteilen, wann er den Guldenschatz in der Ringfestung zu Nürburg endlich finden werde.
Wir werden seine Inkompetenz nicht weiter dulden! Zuerst das Versagen von Großkämmerer Ingolf (hätten Wir ihn nur verbrannt, anstatt ihn lediglich zu verbannen), dann der Verrat von Kafitzerian, und nun die Unfähigkeit unseres neuen Burgvogts! Selbst Unser Staat will finanziert sein.
Seit einer halben Dekade schlagen Wir uns nun mit der Ringfestung herum. Alles tun Wir, um den Bauern der Eifel Unseren Schutz zukommen zu lassen. Es ist Uns einerlei, dass die Ringfestung für diese nur mit wenigen Meilern und Köhlerdörfern besiedelte Landschaft zu groß ist. Mit einer Festung dieser Größe wird Unser Stand in der Region unangreifbar sein. Wir werden nicht zulassen, dass die Unruhen, welche im Land um sich greifen, auf die Eifel überspringen. Wenn Hering nur endlich in der Lage wäre, den Guldenschatz zu finden. Was hat sich Großkämmerer Ingolf auch dabei gedacht, sich Geld von Ausländern zu leihen? Wir sind König Kurt! Das nächste Mal nehmen wir uns die nötigen Mittel direkt von unseren Untertanen. Bis jetzt haben diese sich immer mit Wein und Spielen wieder beruhigen lassen. Und das mit Recht, schließlich beruhigt uns der Wein auch tagtäglich.
Heute früh erhielten wir Nachricht von der Kaiserlichen Münze. Man wagt es doch tatsächlich, Uns darauf hinzuweisen, wir hätten besser auf unseren Haushalt zu achten. Wie können diese Schranzen es wagen, Uns zu sagen, was Wir zu tun und zu lassen haben? Wir sind Kurt, Kaiserlich-Königlich Pfälzische Majestät. Wir tun, was uns als Recht dünkt, und nichts anderes! Wir machens einfach!!!
Zum Glück Unserer Kämmerer haben wir nach wie vor Zugriff auf die Schatullen unserer Nachbarländer. Mit den Schätzen der Hessen, Bayern und Württemberger wird es uns noch lange Zeit möglich sein, unsere Tafeln mit den erlesensten Speisen zu schmücken. Wir sollten erwägen, die Schätze unserer Nachbarn aber nicht nur für unseren Hofstaat aufzuheben. Es erscheint uns sinnvoll, mit diesen Schätzen die Klosterschulen für die Jüngsten Unserer Untertanen auszuweiten. Schließlich können Wir uns darauf verlassen, dass die Zwerge Unseres Reichs dort ganz in Unserem Sinne zu gehorsamen und treuen Untertanen Unseres Hauses erzogen werden. Außerdem mag dies den Unmut Unserer wankelmütigen Untertanen besänftigen, welche in ihrer Penetranz schon wieder Kritik an Unserer Ringfestung zu üben wagen.
Wir hören vom Unmut der Hessen, hören, sie müssten gar Schulden machen, um Uns den Uns im Bundesvertrage festgesetzten Betrag überlassen zu können.
Es ist doch ein gänzlich wunderbares System. Wir können auf die Gelder anderer Länder zugreifen, solange wir nur genug Geld aus unseren eigenen Schatullen verschwenden. Und darin sind Wir schließlich wahrhaftig königlich!
Man trug Uns nun zu, die anderen Länder erwögen eine Klage vor dem Obersten Kassationsgerichte. Sie begehrten die Aufhebung des alten Bundesvertrages. Doch müssen wir Uns gewiss keine Sorgen über die Sicherheit unserer Einnahmen machen. Selbst wenn das Kassationsgericht der Klage stattgeben würde, könnten Wir immer noch genug Steuern von Unseren Untertanen erheben, um Unseren Hof zu finanzieren. Im Zweifel könnten Wir es schließlich bei den aufmüpfigen Universitäten oder bei der Zahl der Büttel wieder einsparen.
Nun müssen Wir Unser Werk an dieser Stelle unterbrechen. Der Gildenmeister der Tennisspieler erwartet Uns zum Gespräche über seine Wache auf der Ringfestung. Wie Wir uns freuen, ihn in Unsere Dienste genommen zu haben. Und 50 000 Gulden pro Wache sind schließlich für Uns kein Betrag.
KÖNIG KURT I.
Tagebucheintrag am 16. des August

Liebes Tagebuch,
Unterhalb der Burg zu Cochem weilen Wir derzeit. Es ist Unser Refugium. Hier gewinnen Wir Abstand vom herrschaftlichen Weilen im Schloss zu Mayence. Endlich finden Wir Muße, die wichtigen Dinge zu erledigen. Unser Druckpressentum-Berater berichtete Uns von einer neuen Entdeckung: dem Internet. Darin ist es wohl möglich, Schrifterzeugnisse im ganzen Land zu verkünden. Dies ist Unsere Absicht, alle 2 bis 3 Tage werden Wir zu Tagesanbruch unserem Volke eine schriftliche Audienz abhalten. Unsere Untertanen sollen wissen, was ihr Herrscher wissen lässt und ihre Herzen mögen in Treue zu Uns erstrahlen.
Die neuartige Entwicklung nennt sich „Blog“, ein seltsames Wort. Wir kannten es bislang nur vom Schreibblog Unserer Sekretäre oder einem Holzblog, mit dem die Pfahlbauten Unserer Untertanen errichtet werden.
Es ist herrlich warm unterhalb der Burg zu Cochem. Wir verbringen hier holde Refugiumstage mit Unserem Hofstaat: Königin Roswitha ist zugegen und auch Unsere beiden wackeren Jagdhunde. Sie führen gerade Wettkämpfe am Moselufer aus. Wir haben den Beiden anglophile Namen gegeben, um Uns mit dem Königshause der Briten gut zu stellen: “Balou” und “Cameron” heißen die beiden.
Balou jährt sich nun schon zum zehnten Male. Sein Wesen ist ruhig, er liegt beschaulich in der Ecke – Uns darin wohl recht ähnlich. Cameron hingegen ist ein frecher Hund. Jüngst hatten Wir ihn im Schloss zu Mayence dabei. Da hat er alles ganz genau beschnuppert und sich gar an Unserem königlichen Festmahle vergangen. Zum Glück kennen Unsere Köche Unseren fürstlich ausgeprägten Appetit und hatten entsprechend üppig vorgesorgt.
Quicklebendig fühlen Wir Uns, wenn Wir bei der Burg zu Cochem einige Krüge Moselwein testen. Der König muss schließlich wissen, was in seinen Ländereien erwirtschaftet wird. Die Mosel tut dem Pfälzer gut – das wissen Wir jetzt. Nicht nur diese holden Weinprinzessinnen, die Wir mit Unserem stattlichen Haupthaare allzu gern liebkosen.
Jetzt sagt Unser getreues Weib Roswitha wieder, Wir hätten mit ihr einen Spaziergang entlang des Ufers zu machen. So oft spricht sie zu Uns: „Du bist faul, du weißt nicht, was du eigentlich machst.“ Balou und Cameron bellen dann immer, wenn sie sich das zu sagen erdreistet. Wir müssen das wohl als Zustimmung deuten. Eine herrscherunwürdige Unverschämtheit ist das. Ha! Majestätsbeleidigung! Wir sollten Roswitha in Ketten legen lassen! Nein, nein das geht nicht. Wie käme das denn an, wenn Wir Unser eigenes Weib verhaften lassen. Nein, das muss warten. Nun, dann gibt es heute Abend zumindest statt Wildschweinbraten „Gespießten Hund“ auf des Königs Teller.
Es ist an der Zeit, dass sich in Unserem Königreiche etwas ändert. Wir ziehen Uns nicht trotzig in die Trutzburg zu Mayence zurück, nein, Wir erlassen eine neue Verfassung, mit der einiges leichter wird:
König Kurts Gesetze sollen nun wirken!
Glückauf! Oder wie sagt man hier außerhalb der Pfalz?

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