Posts tagged “Jagdhunde

Tagebucheintrag am 10. des Dezember

Liebes Tagebuch,

wer zum Teufel war das? Wer ist dieser verfluchte Untreue, dieser königsuntreue Intimus, dieser Ketzer, der gerade sein Todesurteil unterschrieben hat?!

Wir hatten dir ja bereits vor Kurzem berichtet, dass Geheymdepeschen auf diesem Internetmarkt namens Wikileaks zu finden seien. Nun ist ein Dekret erschienen, dass Uns ganz und gar verärgert, lässt es Uns doch in einem schlechten Lichte erscheinen. Dieses Dekret habe ein „Beck-Intimus“ gezeichnet und weitergeleitet. Schon wieder ein Verräter, wenn Wir den in die Finger kriegen! Wer war das nur? Jochen zu Kusel Hartloffus? Doris ohne Ahnung? Unsere einstige Königin Rosi? Oder doch gar Unsere wackeren moselfränkischen Jagdpatenhunde Cameron und Balou?! Wir lassen sie alle einsperren!!! Erstellet Uns umgehend ein Fahndungsfoto! Der Verräter muss gefasst werden, bevor er noch mehr Wahrheiten auszusprechen vermag!

In dieser verräterischen Depesche steht geschrieben, Wir hätten im Jahre Becks 2007 eine Geheymkommission eingerichtet, die Unseren Putsch gegen die Uns verhasste Angela I. vorbereiten und Unseren Weg zur totalen Macht in allen deutschen Landen vorbereiten sollte. Verdammt, WIR HASSEN DAS, wenn über Uns die Wahrheit berichtet wird. Dann wird Uns immer vorgeworfen, Wir nähmen Gelder aus der Landeskasse zu Unserem eigenen Vorteil in Unsere großen Hände.

Warum Uns das als Vorwurf vorgebracht wird, haben Wir allerdings nie verstanden. Wir sind ein König, haben Unsere Kritiker schon mal was von Apanage gehört? Nein, das ist auch gar nicht das Problem.

Unser Problem ist jetzt, dass nun, wo dieser Internetmarkt Unsere GEHEYMkommission verraten hat, Unsere Feinde vielleicht erfahren könnten, dass die Kommission nach wie vor in den geheymen Katakomben Unserer Staatskanzlei zu Mayence ihre Arbeit fortführt. Und wahrlich an ihrer Spitze steht Unser so vertrauter Lordkanzler Freiherr von Stadelmeier, der eine formidable Arbeit leistet, um Uns in weniger Zeit zum Kaiser über alle Länder zu küren! Oh Angela, WIR WERDEN FURCHTBARE RACHE NEHMEN!!!

Aber nun, da dieser Christdemokratische Widerstand in Unseren Kronlanden Rheinland-Pfalz den Aufstand vorbereitet, können Wir dergleichen wahrlich nicht gebrauchen! Wir werden auf der Stelle die Sicherheitsvorkehrungen erhöhen lassen. Außerdem müssen Wir einen Weg finden, Uns vor zukünftigem Verrat auf diesem Internetmarkt zu schützen.

„Scherge! Er lasse von einer Gelehrtengruppe prüfen, wie Wir den Internetmarkt Wikileaks entgültig ausschalten können! Man erstelle ein Fahndungsbild und fange Uns diesen elendigen Königsverräter!“

KÖNIG KURT I.

Rex Inter Net


Tagebucheintrag am 21. des September

Liebes Tagebuch,

nun hatten Wir einige Tage Zeit, Uns von Unserem Zorn zu erholen. Wie konnte Unser einst noch so getreues Funkpressentum in Ton und Bild es wagen, seinem Herrscher so töricht in den Rücken zu fallen?! Sogar eine Audienz hatte ich diesen Schmutzfinken gewährt, um all die Unwissenden an meinen Plänen für mein geliebtes Schlossarsenal zu Bad Bergzabern teilhaben zu lassen. Und dann so etwas!

Eigentlich halten Wir nicht viel von diesem neumodischen Geräten, mit denen unsere Propaganda seit Dekaden im Land verbreitet wird. Nur aus Vorfreude auf die Lobpreisungen des Volkes für Unsere Gnade Ihnen ein Schlosshotel zu schenken, hatten Wir Unsere Diener am Tag zuvor losgeschickt uns auch einen dieser „Flatscreens“ zu kaufen. Mit einem riesigen Gerät kamen Sie zurück, 58 Zoll und „Full HD“ – unsere hofeigenen Wissenschaftler versuchen noch herauszufinden, was das zu bedeuten hat…

So hatten Wir es uns am Abend vor diesem Monstrum gemütlich gemacht, mit Schnüffel-Crackern, ein paar Flaschen rheingau.. äh pfälzischen Rotwein und des Ansehens willen mit unseren Hunden Balou und Cameron. Seitenweise hatten wir diktiert wie wir uns den Bericht vorstellen, wie konnten sie uns nur so in den Rücken fallen?! Zweifel an der Wirtschaftlichkeit, fehlende baufachliche Prüfung. So ein Unfug – das Projekt hatte der kurtfachlichen Prüfung unterlegen und wurde für gut befunden, nur das zählt! Was gut ist für Kurt – das ist gut für das Land und umgekehrt. Das Wohl des Landes soll auf ewig mit meiner Kurtheit in Verbindung gebracht werden!

Tage haben Wir nun gebraucht um uns von Rausche des Rebensaftes zu erholen. Nun gilt es Konsequenzen zu ziehen! Wir haben Uns dazu entschieden, Unsere Entscheidungen nieder zu schreiben und diese unverzüglich exekutieren zu lassen.

1) Die beteiligten Mitarbeiter des südwestlichen Funkpressetums (SW-FPT) erhalten Arbeitsverbot für Beiträge mit politischen Inhalten. Sie werden von nun an eine Dokumentation über die königlichen Schoßhunde drehen, deren Folgen bis zur großen Schlacht im März täglich dem Volke gezeigt werden.

2) Strafe für von Arnim, da wird Uns noch etwas Treffliches einfallen.

3) Die Reichsrätin Schneider wird von ihren Ämtern entbunden. Sie wird von nun an zur Repräsentantin Unserer großartigen Pläne für das Schlossarsenal zu Bad Bergzabern erklärt.

Beim Verfassen dieser Zeilen kommen Uns weitere hervorragende Ideen. Wir haben einen Plan wie Wir unserer sozialproblematischen Vereinigung wieder auf die Füße helfen werden. Von nun an lassen Wir Hunde, die besten Freunde des Menschen, Mitglied werden in Unsrer Gruppierung. So werden wir Unsere Mitgliederzahlen endlich wieder steigern und zu alter Stärke zurückfinden! Sie werden Unsere Weisheit erkennen, und Uns wieder zu ihrem Anführer machen! Sonst werden eben Unsere „Neumithunde“ mit Saumagen bestochen und am Parteitag die Krönung manipulieren! Seine Kurtheit ist zurück! Bundeskönigin Merkel kann sich auf etwas gefasst machen! Niemand kann Uns aufhalten! Schon gar nicht diese Weinprinzessin!

KÖNIG KURT I.

Rex Palatinorum


Tagebucheintrag am 19. des September

Liebes Tagebuch,

Ein Zitat eines alten Freundes spricht fürwahr für sich und für Unsere oblegene Regentschaft.

„Ein wahrer König muss drei Dinge im Leben tun: Ein Schloss bauen, einen Baum pflanzen und einen Sohn zeugen.“

Nachdem Unser Schloss zu Bad Bergzaberum nun steht, gilt es wohl nun einen Baum zu pflanzen! Doch saperlot welch ein Wirrwarr in den Wäldern Unserer doch so schönen kaiserlich-kurpfälzischen Heimat derzeit herrscht! Ein Markierungs-Wirrwarr auf unseren kulturell doch so wertvollen Wanderwegen durch Unsere Heimat. Doch man wirft Uns gar vor es durch die Freigabe von „Markierungsinitiativen“, dessen Begriff Uns bis zu diesem Zeitpunkt gar wenig geläufig war,  geradezu verursacht zu haben. Welch ein Humbug vor dem Herrn!

Wir sind wohl der letztverbliebene Vernünftige unter vielen Ahnungslosen. Entweder Wir machen es einfach selbst oder es wird nichts. Die Markierung obliegt nun allein dem König!

Es gilt Unser Revier im Wald nun eigenhändig zu markieren, schließlich will Unser Volk gut geführt sein! Unsere moselfränkischen Jagdpatenhunde Balou und Cameron haben Uns dort auf diesem Gebiete wohl einiges gelehrt.

Am morgigen Tag, dem 20. des September laden Wir in die Kaiserlich-Königlich-Pfälzische Staatskanzlei zu einem wahrlich majestätischen „Runden Tisch“ zu Mayence ein.

Es obliegt Uns nun für Ordnung zu sorgen, in den Wäldern der Pfalz, auf dass Wir bald einen eigenen Baum pflanzen mögen.


KÖNIG KURT I.

Rex Silvarum


Tagebucheintrag am 16. des August

KKB

Liebes Tagebuch,

Unterhalb der Burg zu Cochem weilen Wir derzeit. Es ist Unser Refugium. Hier gewinnen Wir Abstand vom herrschaftlichen Weilen im Schloss zu Mayence. Endlich finden Wir Muße, die wichtigen Dinge zu erledigen. Unser Druckpressentum-Berater berichtete Uns von einer neuen Entdeckung: dem Internet. Darin ist es wohl möglich, Schrifterzeugnisse im ganzen Land zu verkünden. Dies ist Unsere Absicht, alle 2 bis 3 Tage werden Wir zu Tagesanbruch unserem Volke eine schriftliche Audienz abhalten. Unsere Untertanen sollen wissen, was ihr Herrscher wissen lässt und ihre Herzen mögen in Treue zu Uns erstrahlen.

Die neuartige Entwicklung nennt sich „Blog“, ein seltsames Wort. Wir kannten es bislang nur vom Schreibblog Unserer Sekretäre oder einem Holzblog, mit dem die Pfahlbauten Unserer Untertanen errichtet werden.

Es ist herrlich warm unterhalb der Burg zu Cochem. Wir verbringen hier holde Refugiumstage mit Unserem Hofstaat: Königin Roswitha ist zugegen und auch Unsere beiden wackeren Jagdhunde. Sie führen gerade Wettkämpfe am Moselufer aus. Wir haben den Beiden anglophile Namen gegeben, um Uns mit dem Königshause der Briten gut zu stellen: “Balou” und “Cameron” heißen die beiden.

Balou jährt sich nun schon zum zehnten Male. Sein Wesen ist ruhig, er liegt beschaulich in der Ecke – Uns darin wohl recht ähnlich. Cameron hingegen ist ein frecher Hund. Jüngst hatten Wir ihn im Schloss zu Mayence dabei. Da hat er alles ganz genau beschnuppert und sich gar an Unserem königlichen Festmahle vergangen. Zum Glück kennen Unsere Köche Unseren fürstlich ausgeprägten Appetit und hatten entsprechend üppig vorgesorgt.

Quicklebendig fühlen Wir Uns, wenn Wir bei der Burg zu Cochem einige Krüge Moselwein testen. Der König muss schließlich wissen, was in seinen Ländereien erwirtschaftet wird. Die Mosel tut dem Pfälzer gut – das wissen Wir jetzt. Nicht nur diese holden Weinprinzessinnen, die Wir mit Unserem stattlichen Haupthaare allzu gern liebkosen.

Jetzt sagt Unser getreues Weib Roswitha wieder, Wir hätten mit ihr einen Spaziergang entlang des Ufers zu machen. So oft spricht sie zu Uns: „Du bist faul, du weißt nicht, was du eigentlich machst.“ Balou und Cameron bellen dann immer, wenn sie sich das zu sagen erdreistet. Wir müssen das wohl als Zustimmung deuten. Eine herrscherunwürdige Unverschämtheit ist das. Ha! Majestätsbeleidigung! Wir sollten Roswitha in Ketten legen lassen! Nein, nein das geht nicht. Wie käme das denn an, wenn Wir Unser eigenes Weib verhaften lassen. Nein, das muss warten. Nun, dann gibt es heute Abend zumindest statt Wildschweinbraten „Gespießten Hund“ auf des Königs Teller.

Es ist an der Zeit, dass sich in Unserem Königreiche etwas ändert. Wir ziehen Uns nicht trotzig in die Trutzburg zu Mayence zurück, nein, Wir erlassen eine neue Verfassung, mit der einiges leichter wird:

König Kurts Gesetze sollen nun wirken!

Glückauf! Oder wie sagt man hier außerhalb der Pfalz?

KÖNIG KURT I.

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