Posts tagged “Christdemokratischer Widerstand

Tagebucheintrag am 28. des Januar – Der christdemokratische Widerstand marschiert gen Mayence

Liebes Tagebuch,

oh, bei Uns selbst, was macht die denn da?!

Unsere Schergen brachten Uns soeben die Meldung, dass diese christdemokratische Weinkönigin, Julia Klöckner,  zum 15. des Februar ihre Ämter am Hofe von Kaiserin Angela niederlegen wird, um mit ihren Truppen gegen Uns zu marschieren. Sie hat geschworen, Unser Königreich Rheinland-Pfalz ab dann nicht mehr zu verlassen, bis Wir von Unserem Throne gestürzt sind. Eine Rückkehr an den Hof der Kaiserin hat sie abgelehnt.

Was soll das? Wieso gibt diese Unsere Erzfeindin ihren bequemen Sessel an der Seite Angelas I. auf? Was erhofft sie sich davon? Überhaupt, das ist doch dämlich! Was soll denn aus ihr werden, das ist doch kein Stil! Der kluge Politiker hält sich einen Rückzugsweg offen!

Man stelle sich einmal vor, Wir hätten, wie man es damals oft von Uns forderte, Unsere Krone abgegeben, als Wir zum Kaiser der Sozialproblematie gewählt wurden! Und dann, kurz nach Unserem Aufstieg und dem Verrat von Müntef… dem, dessen Namen Unsere Ohren quälen und nicht genannt werden darf, wären Wir ins Nichts gestürzt. Keine Krone, keine Rückzugsbastion, in Schimpf und Schande hätte man Uns in die Gosse gejagt!

Warum gibt sie das auf, um gegen Uns in die Schlacht zu ziehen? Das kann ja nur heißen.. BEI UNSEREM BART, DIE MEINT DAS ERNST!

Wir dachten, man würde Uns veralbern! Diese Weinkönigin will wirklich Unsere Krone! Wir waren davon überzeugt, dass sie sich wie all die anderen mit eingeknicktem Schwanz wieder nach Berlin aufmachen würde, wenn Wir Uns nur in Unserer prächtigen Gestalt vor ihr aufbauten! Aber diese Frau wird nicht weichen! Sie wird Uns bis zum Ende bekämpfen, zu ihrem… oder noch viel eher, zu unserem..? Uns schauert es, Wir müssen etwas unternehmen!

Diese Weinkönigin darf Unser Reich niemals betreten. Das ist die Lösung! Wenn sie erst einmal hier ist, werden Wir sie nicht mehr aufhalten können. Zur Wahrung Unserer Krone müssen Wir sie aus Unserem Reich fernhalten oder Wir enden doch noch in der Gosse! Mal überlegen…

Wir könnten eine Mauer bauen! Nein, damit hatten Unsere Königsbrüder im Osten der deutschen Lande schlechte Erfahrungen gemacht. Wir könnten mit Unseren sozialproblematischen Truppen in Berlin einfallen. Ach, das hat nicht mal funktioniert, als Wir noch Kaiser waren, da wird’s jetzt erst recht nicht gehen. Wir könnten Unsere Richter zwingen, ein Betretungsverbot zu erlassen. Aber das dauert zu lange, außerdem sind Unsere Juristen nicht gut auf Uns zu sprechen!

Uns muss noch etwas einfallen, und das schnell, der 15. des Februar kommt in weniger als drei Wochen!

KÖNIG KURT I.

Rex sine tempore


Tagebucheintrag am 11. des Oktober

Liebes Tagebuch,

Wir müssen Uns ernsthaft Gedanken darüber machen, wie Wir Unser Reich besser absichern können. Wir hatten dir ja berichtet, dass der christdemokratische Widerstand sich inzwischen schon bis in Unsere Residenzstadt ausgebreitet hat. Es ist dringend an der Zeit, hier neue Maßnahmen zu ergreifen.

Wir hatten zunächst darüber nachgedacht, Unsere Geheympolizei zu erweitern. Aber, ach, das würde Uns nur wieder Geld kosten, welches wir nicht haben. Wie sollen Wir denn Unsere Bauten finanzieren, wenn Wir Unsere Gulden in den Staatsapparat investieren. Nein, nein, neue Geheympolizisten sind genauso abwegig wie neue Lehrer oder Büttel.

Wir können Uns auch keine Hilfe aus benachbarten Königreichen anfordern. Zwar böte sich das an, nun, da Hannelore, die Kräftige, in Unserem nördlichen Nachbarreich herrscht. Doch solange ANGELA dem Bund vorsteht, wagen Wir es nicht. Wir müssen Uns Hilfe in Unseren eigenen Ländereien suchen. Zum Unserem Glück bieten sich da neue Möglichkeiten.

Wie Wir dir berichteten, haben Wir Order ausgegeben, die Sekte der Jünger Oskars, des Verräters, und Gregorius Gysis´, nicht weiter zu verfolgen. Wir hatten bereits weise vorhergesehen, dass Wir eines Tages einen Nutzen aus Ihnen ziehen können würden. Ja, so wird es gehen. Wir werden den Jüngern hochdotierte Hofämter anbieten, wenn sie Uns in den Entscheidungsschlachten im März des kommenden Jahres dienen werden.

So hat es auch Hannelore, die Kräftige, auf den Thron geschafft. Wir müssen nur noch eine alte Aussage Unserer Selbst aus der Welt räumen, und dann steht einem Bündnis nichts mehr im Wege. Einst, als es Unruhen in Hessen gab und Fürstin Andrea von Ypsilanti nach der Krone griff, da sagten Wir, Wir würden niemals mit dem Kopf zweimal in dieselbe Wand rennen. Fürstin Andrea hat es trotzdem versucht. Ihr brummt heute noch der Schädel.

Wie können Wir Unseren Untertanen nur erklären, dass Wir nun ebenfalls in diese Mauer zu rennen gedenken? Ha, Wir haben eine Idee. Wir sind König Kurt. Unsere ganze Physis ist gänzlich anders gebaut als die der kümmerlichen Fürstin. Sie ist ein  Halm im Wind, wir dagegen haben die Konstitution eines Rammbocks! Und schließlich wirft man Uns doch immer vor, Wir hätten einen dicken Schädel! Keine Mauer der Welt kann dem Sturm Unseres Hauptes standhalten! Wir werden diese Mauer im ersten Sturme niederwalzen. Und wenn nicht, halten Wir Uns einen zweiten und dritten Versuch offen. So viel muss einem König schon zugestanden werden.

Dies soll sofort in der Proklamation unter VI.4 verkündet werden!

KÖNIG KURT I.

Muri depulsor


Tagebucheintrag am 7. des Oktober

Liebes Tagebuch,

Seit kurzem hat Unser treuer Diener, der neue Großkämmerer Carsten, der Kühle, endlich Unseren königlich-kaiserlichen Haushalt erstellt. Und Wir sind sehr stolz auf ihn. Immerhin hat er es geschafft, die Zahlen so aussehen zu lassen, als ob Wir Geld gespart hätten.

Dir gegenüber, liebes Tagebuch, müssen Wir unsere Abneigung gegen das Sparen ja nicht verhehlen. Das stört sowieso Unsere Gemütsverfassung, immer dieses Geschrei, man müsse an die Zukunft der Kinder denken. Das können die ja wohl selbst. Und wie man mit Überschuldung gut durchs Leben kommt hat ihnen ihr Monarch schließlich anschaulich vorgelebt. Hmm, vielleicht sollten Wir den Lehrplan an der Einheitsschule Minus ergänzen…

Kurz gesagt, Uns wäre es eigentlich egal, ob Wir nun sparen oder nicht, solange Wir nur Unsere Projekte nicht einschränken müssen. Aber Wir stehen immerhin unter Druck! Seit ANGELA und die verdammten Christdemokraten in der Bundesakte festgeschrieben haben, dass die Gliedkönigreiche bis in einer Dekade keine Schulden mehr machen sollen, müssen Wir wenigstens so tun, als könnten Wir ohne Verschuldung auskommen. Sonst werden Wir das Oberste Kassationsgericht in Karlsruhe nie wieder los. Rechtswidriger Haushalt, Pah… Was weg ist ist weg, und was wir ausgeben geben wir am besten gleich nochmal aus.

Und doch gibt es Wehrmutstropfen. Zum Einen natürlich dieser verdammte christdemokratische Widerstand. Da wagt es diese verräterische Weinkönigin doch tatsächlich, Unserem Großkämmerer aufzulauern, und ihn mit gar dreistesten Fragen zu überhäufen. Hat das Weib ein Glück, dass Unsere Geheympolizei gerade Unsere Ankunft absichern musste.

Aber es sind ja nicht nur diese Umstürzler! Da meldet sich doch tatsächlich diese sogenannte „Gilde der Steuerzahler“. Wir dachten ja ursprünglich, die Gilde der Steuerzahler sei dazu da, um dafür zu sorgen, dass die Gulden Unserer Untertanen rechtzeitig in Unseren Schatullen landen. “Organisation fördert die Einnahmeeffizienz”, sagt Unser Großkämmerer immer, was auch immer das heißen mag. Aber dann mussten wir erfahren, dass die Gilde sich das Ziel gesetzt hat, Verschwendung im königlich-kaiserlichen Haushalt aufzudecken!

Und was schreiben die?! Unsere Regierung habe Wahnvorstellungen! Und nicht nur das! Da rechnet irgend ein spitzfindiger Gildenmeister aus, Unser Haushalt werde niemals in einer Dekade schuldenfrei sein, wie es in der Bundesakte gefordert stehe. Ja gut und schön, das wissen wir auch, aber, bei Unserem Barte, wieso haben die das verraten?!

Wir werden sehen, was die Landständeversammlung zu Unserem Haushalt zu sagen hat. Hoffentlich haben die nicht auch Zugriff auf dieses neue Druckpressentum „Internet“, so könnten die Ständevertreter die verräterischen Behauptungen der Steuerzahlergilde übersehen.

KÖNIG KURT I.

Rex tributi


Tagebucheintrag am 29. des September

Liebes Tagebuch,

wenn Uns das Essen Unserer Hofköche nicht so gut munden würde, Wir sagen dir, Wir hätten es erbrochen in Unserem Zorn. Diese unendliche Dreistigkeit…

Da flanieren wir eines schönen Samstages durch Unsere Residenzstadt Mayence. Wir fühlen Uns wohl, es hätte ein wunderbarer Tag werden können. Und dann erfuhren Wir von Unserer Geheimpolizei, dass dieser unsägliche „Christdemokratische Widerstand“ seine Truppen sammelt. Und wo tun sie das? Nicht in den Nebeln der Eifel verborgen, nicht auf den Bergen des Westerwalds, sie tun es hier, in Unserer Residenzstadt, in UNSEREM Mayence!!!

Unglaublich, dass diese Schranzen sich überhaupt her gewagt haben. Aber das ist noch nicht die Spitze ihrer Unverschämtheit. Da wagen Sie es, gar lästerlichste Reden gegen Unsere Person zu führen. Am schlimmsten ist ihre neue Anführerin, diese, diese …verräterische Weinkönigin!

Da sagt sie, in Unserem Reiche werde über alles Puderzucker gestreut, nur der Teig werde nicht besser. So ein Unfug. Puderzucker bekommt in diesem Land nur der Monarch!! Und der Teig hat Uns auch immer gut geschmeckt.

Dann sagte sie auch noch, es denke eher ein Mops daran, einen Wurstvorrat anzulegen, als Wir daran, Geld zu sparen. Wir wollen an dieser Stelle mal festhalten: Wir haben noch so viel zu bauen und eine solche Fülle an Projekten zu erledigen, Wir haben überhaupt nicht die Zeit, an so etwas Abwegiges zu denken. Tse, Sparen… Wo kämen wir denn da hin?

Bei Unserem Barte, am liebsten hätten Wir diesen ganzen Zirkel mit der absoluten Überlegenheit Unserer Geheimpolizei zerschlagen. Aber Unserem Tagebuch wollen Wir gestehen: Wir habens nicht gewagt. Wir haben es nicht gewagt, weil SIE da war. Sie… ANGELA!!

Sie hat Uns schon einmal geschlagen. Selbst auf dem Höhepunkt Unserer Macht, in den Jahren Becks, waren Wir ihr nicht gewachsen. Wir haben uns einmal mit ihr angelegt, und Wir waren auf einmal nicht mehr Kaiser der sozialproblematischen Fürsten, sondern nur noch König von Rheinland-Pfalz. Ha, wenn Wir das nochmal täten, wären Wir wahrscheinlich nur noch Baron von Bad Bergzabern. Naja das Schloss dazu hätten Wir ja schon mal.

Wahh, was für eine Vorstellung! Da brauchen Wir einen Schluck drauf.

„ Knecht! Er bringe Uns noch einen Schoppen!“

KÖNIG KURT I.

Vinum bonum deorum donum.


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