Tagebucheintrag am 27. des März – Es ist an der Zeit Uns für die Schlacht zu rüsten

Liebes Tagebuch,

fürwahr, es ist Zeit, Uns fertig für die Schlacht zu machen!

„Scherge! Man lasse Unsere Rüstung kommen! Und rufe er ein paar seiner Kollegen herbei! Er und Unsere anderen Knechte werden Uns beim Ankleiden helfen! Wenn er noch einmal die Augen verdreht, während Wir mit ihm sprechen, dann lernt er Unsere Faust kennen!”

Wir haben nochmals die letzten Berichte gelesen. Wahrlich, so ausgeglichen waren die Chancen schon seit Jahren nicht mehr! Uns liegen Berichte vor, dass der christdemokratische Widerstand so viele wackere Kämpfer zu den Wahlurnen gerufen hat wie seit ewigen Zeiten nicht. Und gleichzeitig erreichen Uns Berichte, dass in den Baronien der sozialproblematischen Fürsten viel weniger rote Rekruten bereit stehen als früher. Mehr als ein ganzes Viertel Unserer alten Streitmacht scheint schlicht nicht zur Schlacht erscheinen zu wollen.

„Zieh er Unsere Beinschiene nicht so fest, Tölpel! Er schnürt Uns das Blut ab!“

Es gibt so viele Unwägbarkeiten in dieser Schlacht. Zwar haben Uns die Grünen Waldläufer ihre Hilfe zugesagt, doch können Wir wirklich darauf vertrauen, dass sie in der höchsten Schlachtengefahr an Unserer Seite stehen werden? Und was ist mit der Gelben Gefahr und der Sekte der Jünger Oskars, des Verräters, und Gregorius Gysis? Niemand weiß, ob sie ebenfalls Truppen in die Schlacht werfen werden. Und wenn, für welche Seiten mögen sie fechten? Selten war es so wichtig, dass das Volk sich der Schlacht stellt!

„ Man schließe nun Unseren Brustpanzer! Was soll das heißen, die Schnallen sind zu kurz? WIR HABEN NICHT ZUGENOMMEN SEIT DER LETZTEN SCHLACHT! Also, Wir ziehen jetzt Unseren prächtigen Bauch ein, und dann versuche er es noch mal! Na los, zieh er, Knecht, ZIEH ER…Uargh!“

Und auch auf Unsere eigenen Reihen ist kein Verlass mehr! Da murmelt Unser oberster Büttel Karl-Peter „Verfassungsbruch“, der Schwiegervater, kurz vor der entscheidenden Schlacht von Rückzug! Er sei in einem Alter, wo man über ein Leben nach der Politik nachdenke.  Ja, bei Unserem Bart, ist der denn wahnsinnig? Wir sind beinah genauso alt wie er! Sollen Wir auch übers Aufhören nachdenken? Sind Wir vielleicht auch zu alt für so was?!

„So, man setze Uns nun den Helm auf! Halt, Knecht, mach er das rückgängig, Wir sehen nichts mehr! Wir können den Helm nicht selbst abnehmen, Scherge, mit diesem Panzer können Wir die Arme nur auf Brusthöhe heben! Nimm er ihn ab, dann muss es eben ohne gehen!“

Pah, diese Weinkönigin würde jetzt sagen, dass Wir bei Unserer Kassenlage schon seit ein paar Jahren nichts mehr sehen. Bei Uns selbst, ist das Ding schwer! Vielleicht hat Unser Karl-Peter ja Recht, Wir sind wirklich zu alt für das harte Königsgeschäft. Oder Wir hätten ans AbsBecken denken sollen.

Das kann ja was werden. Also, AUF in die Schlacht! Nun wollen Wir dem Sieg entgegen stürmen!

„Moment, Diener, die Rüstung ist zu schwer, Wir können Uns nicht bewegen. Er möge Uns tragen! Wenn er das nicht vermag, dann hole er gefälligst einen Schubkarren oder einen Wagen!

KÖNIG KURT I.

Rex et miles immobilis

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