Tagebucheintrag am 23. des März – Es ist Zeit Unsere Proklamation dem Volke zu verkünden!
Liebes Tagebuch,
bei Unserem Barte, dieses ewige Ringen mit der Weinkönigin schlägt Uns doch allzu sehr aufs Gemüt! Überall müssen Wir auftauchen, überall verlangen Unsere sozialproblematischen Barone nach Unserer Aufmerksamkeit. Und dann ist das auch noch so ärgerlich! Montagabend beispielsweise haben Wir Unseren Burgvogt zu Hering in seiner Hachenburg besucht. Gerade einmal 350 spärliche Untertanen waren erschienen, um Unseren Worten zu lauschen. Und gleichzeitig ist diese Weinkönigin zusammen mit der Kaiserin… ANGELA… in Betzdorf. Und mit ihr über 1300 jubelnde Zuschauer.
Ach, Wir sind völlig fertig. Und in diesem endlosen Gezänk bleibt Unser ganzes Tagwerk liegen. Soviel wollten Wir noch bauen! Soviel Geld ausgeben!
Und auch Unsere Gesetzgebung ist doch arg kümmerlich geworden! Seit Langem hatten Wir nicht mehr die Zeit, Uns Unserer Proklamation gebührend zu widmen. Zwar ist viel geschafft, doch wollten Wir noch zu so vielen Dingen Unsere gar klugen Rechtssätze erlassen!
Wir wollten zum Beispiel noch einiges zu Kunst und Kultur in Unserem Reiche normieren! Genannt sei das Arp-Museum, welches Wir auch als das Museum der nicht vorhandenen Künste in Erinnerung behalten wollen. Und prächtigste Lustgärten wollten Wir Uns noch per Gesetz errichten lassen. Oh ja, das konnten Unsere monarchischen Vorgänger nur zu gut, man denke nur an Versailles.
Und diese verfluchten Druckpressentümer wollten Wir härter an die Leine nehmen. Wir haben Uns ja über die Berichterstattung zu diesem TV-Duell… GRRRRR… hinreichend geärgert! Die absolute Kontrolle wollten Wir als der öffentlich-rechtlichste aller Landesfürsten erringen.
Außerdem wünschten Wir noch festzuschreiben, wie Wir eines Tages Rache nehmen werden an den Verrätern, die Uns am See zu Schwielow dereinst vom sozialproblematischen Kaiserthron gestürzt haben! Oh, Wir werden sie niederwerfen, diesen Franziscus Müntefer.. dessen Name nicht genannt weren darf und auch Frank von Walter auf Steinmeier! Und wenn Wir Unser ganzes Volk zum Dienst unter der Waffe für König und Reich… na gut, nur für den König zwingen.
Aber für all diese wohldurchdachten Planungen haben Wir vor der Endschlacht am 27. des März leider keine Zeit mehr. Viel zu sehr müssen Wir Uns bemühen, Unsere ganze Kraft auf die Verteidigung Unseres Reiches und Unseres Halses zu sammeln. Wahrlich, so hart mussten Wir seit vielen Jahren nicht mehr um Unseren Thron kämpfen!
Zum Glück war es Uns bereits möglich, die wichtigsten Punkte in Unserer Proklamation niederzulegen. Zwar fehlt noch einiges, doch ist dies nur schmückendes Beiwerk. Mit dem bereits Verfassten können Wir Uns eine gute Basis für Unsere finale Schlacht legen. Daher wollen Wir diese Unsere Proklamation, so unabgeschlossen Sie auch sein mag, heute in Kraft setzen, auf dass Kurts Gesetze seine Herrschaft auf ewig wahren mögen!

„Knecht! Man lasse den Lordkanzler Freiherr von Stadelmeier zu Uns rufen! Wir haben Anweisungen zu geben!”

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